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Buchtipps


Jane Gardam
Ein untadeliger Mann

Ein wunderbares Buch! Die große britische Erzählerin schrieb es mit über 80 Jahren und thematisiert kaum Bekanntes: Das Leben der Empire- oder Raj-Waisen. Edward Feathers ist eines von vielen Kindern, die in Asien geboren wurden, deren Eltern Briten sind. Ihre Muttersprache ist erstaunlicherweise nicht englisch, sondern malaysisch, das sie in ihren ersten Jahre gesprochen haben. Daher schickten britische Kolonialbeamte ihre von einheimischen Ammen betreuten Kleinkinder zur besseren Erziehung nach England. Auch der kleine Edward kam zu einer seinen Eltern unbekannten englischen Pflegefamilie. Geprägt von den durchlebten Ängsten und Erinnerungen kehrt er als ehrgeiziger und distanzierter Jurist nach Asien zurück. Er wird Kronanwalt in Hongkong und geht erst im Ruhestand wieder nach England. Die Autorin erzählt die ernste Geschichte mit viel Feingefühl humorvoll und zugleich mit leichter Ironie, "die diese Lektüre dunkler Erfahrungen zu einer hellen Freude macht." (FAZ)

Elke Grün
(Mitarbeiterin der Patientenbücherei)


Stefan Klein
Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand

Mit dem Namen Leonardo Da Vinci verbinden die meisten sofort die Mona Lisa und ihr besonderes Lächeln, vielleicht auch Konstruktionszeichnungen von Fluggeräten, die sich aber als nicht flugtauglich erwiesen haben, sonst nicht viel mehr.
Stefan Klein vermittelt ein ganz anderes, viel umfassenderes Bild von Leonardo da Vinci. Von einem sehr vielseitig talentierten, überaus neugierigen und begeisterungsfähigen Menschen, der durch seinen übergroßen Nachlass der Menschheit wirklich ein Vermächtnis schenkte.
Leonardo wird 1452 als uneheliches Kind eines Notars in Vinci nahe Florenz geboren. Er erhält eine umfassende künstlerische Ausbildung in Malerei- und Bildhauerei, sowie in etlichen anderen Gewerken, die den Grundstein seiner späteren Forschungen bilden. Nicht in enge Denkstrukturen durch eine höhere Schulausbildung gezwungen, entwickelt Leonardo schon früh ein intensives Interesse an der Natur und damit verbunden den Wunsch, die Dinge und Vorgänge zu verstehen wie sie sind und auch so darzustellen.
Ein überaus lesenswertes Buch über einen faszinierenden Menschen.

Britta Abé
(Mitarbeiterin der Patientenbücherei)


Caroline Vermalle
Denn das Glück ist eine Reise

Zwei alte Freunde - beide über 80 - brechen zu ihrer eigenen "Tour de France" auf: 3500 km in zwei Monaten stehen ihnen bevor, die sie aber mit dem Auto fahren wollen. Gemeinsam haben sie zu Hause die Strecke akkurat festgelegt. Voller Euphorie machen sie sich auf den Weg. Sie lernen Land und Leute kennen, besuchen Märkte, genießen die französische Küche, besichtigen schöne Orte. Zwischendurch streiten sie. Charles verliebt sich in Ginette und fühlt sich auf einmal um Jahre jünger, Georges lernt, SMS zu schreiben, um von unterwegs mit seiner Enkelin zu kommunizieren.

"Denn das Glück ist eine Reise" erzählt von Liebe, Zuneigung, Jugend und Alter, vom Leben und von Erinnerungen, von den Eltern und Großeltern, von der Zuneigung zu der älteren und zu der jüngeren Generationen. Es ist ein Büchlein voller Charme, das man liest, wie man sich ein Bonbon auf der Zunge zergehen lässt. Ein Buch, das einmal mehr beweist, dass es wichtig ist, den Menschen, die wir lieben zu sagen, dass wir sie lieben.

Martine Durand-Kremer
(Mitarbeiterin der Patientenbücherei)


Christiane Neudecker
Sommernovelle

"Eine Coming-of-Age-Geschichte", die lesesüchtig macht" so M. Keller (Spiegel online). Ja, es ist ein leicht zu lesendes, unterhaltsames, gar nicht anstrengendes Buch. Zwei 15-jährige süddeutsche Mädchen, die vom Alter her eigentlich noch nicht ehrenamtlich in einer Vogelschutzstation arbeiten dürften, sehen sich leise mit dem Erwachsen werden konfrontiert: Kaffee, Wein, erste Liebe und handfeste Arbeitsaufträge – alles neu und wundervoll. Im traumhaften Frühsommer schimmert die Insel Sylt durch die Buchzeilen, der Name wird nie genannt. Schnell ziehen Nordsee und Vogelvielfalt der Insel die beiden Süddeutschen in ihren Bann, dann die geheimnisvollen Menschen der Station. Geheimnisvoll sind auch Andeutungen über die großen Sturmfluten im 14. und 17. Jh., durch die viel Küstenland mit der sagenhaften Stadt Rungholt unterging und Sylt entstand. Aber was wäre die Westküste ohne einen Hinweis auf den Dichter Schleswig-Holsteins Theodor Storm?

Elke Grün
(Mitarbeiterin der Patientenbücherei)


Dorit Rabinyan
Wir sehen uns am Meer

(Aus dem Hebräischen übersetzt)

Dieser preisgekrönte Roman wurde in Israel vom Erziehungsministerium für den Gebrauch an Gymnasien gestrichen, was dort zum Skandal führte. Es geht um eine ungewöhnliche, wunderbare Liebesgeschichte in einer ungewöhnlichen Zeit. Die Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi begegnen sich nach dem 11. September 2001 im noch spannungsgeladenen New York. Für beide beginnen einzigartige Monate, denn Liat ist nur für ein Jahr in der Stadt. Die lebenstüchtige Übersetzerin und auch der eher unbedarfte Künstler wissen aber, dass ihre Zuneigung mit Blick auf die Familien in Tel Aviv und Ramallah nach diesem Jahr keine Zukunft hat. Doch wenn die Zeit um ist, kann dann eine Liebe, die nicht sein darf, vorbei sein? Nein, die Gefühle füreinander sind so stark, dass Chilmi Liat in den Nahen Osten folgt - mit tragischen Folgen. Ein wunderbares Buch, das uns am Alltag der beiden auf dem Hintergrund jüdischer und arabischer Kultur teilhaben lässt.

Elke Grün
(Mitarbeiterin der Patientenbücherei)

Patientenbücherei an der Universitätsmedizin Mainz
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